Wilder Kaiser: Drittes Silvester ohne Feuerwerk

Zum Jahreswechsel 2020/21 wurde aus Respekt
vor Natur und Tierwelt erstmals auf ein offizielles Feuerwerk
in Ellmau, Scheffau, Going und Söll verzichtet.

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Ellmau (ots|wro) - Beim Tourismusverband (TVB) Wilder Kaiser wird man auch im dritten Jahr oh-ne offizielles Feuerwerk nicht müde es zu bet-onen: Wer es ernst meint mit dem Naturschutz, kann zu Silvester keine Raketen gen Himmel feuern. Sie verängstigen (Wild-)tiere, Schwer-metalle gelangen in den Boden und somit in
die Nahrung und Feinstaub wird in die Luft be-fördert – vom Müll nicht zu sprechen. In der Region Wilder Kaiser, also den vier Ortschaften Ellmau, Going, Scheffau und Söll hat man sich schon vor drei Jahren dazu entschlossen, ein
für alle mal auf die bunte Knallerei zu verzich-ten. Tourismusverband und Gemeinden gehen dabei mit gutem Beispiel voran und laden auch alle anderen in der Region ein, sich dem Natur
schutz
 anzuschließen.

Gebirgszug Wilder Kaiser bei Nacht im Winter - ohne Feuerwerk.
Bild: TVB Wilder Kaiser/Fotograf: Carmen Huter

„So schön Feuerwerke auch anzusehen sind, so störend sind Lärm, Feinstaub und der Müll in den Feldern für Mensch und Tier. Wir haben für unsere Entscheidung, den Jahreswechsel stimmungsvoll, aber ohne offizielles Feuerwerk zu begehen, sehr viele positive Rückmeldungen erhalten. Wir laden auch alle Gastgeber*innen, ihre Gäste und alle die
in der Region leben ein, ausschließlich Korken statt Raketen knallen zu lassen“, sagt TVB-Geschäfts-führer Lukas Krösslhuber zum Entschluss.

Tiere brauchen Ruhe

Gerade im Winter brauchen Wildtiere besonders viel Ruhe, da sie aufgrund mangelnder Nahrung ihr Ener-gie-Level extrem herunterfahren müssen, wie Franz Goller, der Schutzbeauftragte für das Kaisergebirge kürzlich im Interview für den Wilder Kaiser Blog   erklärte. Betroffen sind aber nicht nur Wildtiere: Auch Haustiere bzw. Tiere in Ställen werden durch

Böller und Raketen verängstigt und traumatisiert,
wie etwa der für den Tierschutz zuständige Landes-rat Josef Geisler (ÖVP) gestern in einer Aussendung betonte.

Müll- und Feinstaubbelastung vermeiden

Nicht nur die Tiere leiden unter Feuerwerken, auch Müllbelastung und Luftverschmutzung könnten ver-mieden werden. So ruft mit Verweis auf die zu Silve-ster jährlich gemessene Überschreitung der Fein-staub-Grenzwerte Naturschutzlandesrat René Zum-tobel (SPÖ) ebenfalls zu einem „umweltfreundlichen Jahreswechsel“ auf. Positiv zu vermerken sei laut Aussendung der Landesregierung jedoch, dass die gemessene Belastung insgesamt seit Jahren kontinuierlich abnehme – ein Zeichen, dass doch immer mehr Menschen, wie auch Gemeinden und Tourismusverbände, auf ein Feuerwerk verzichten.

Flammenshow statt Knallerei

„Wir freuen uns, zu zeigen, dass es auch anders geht. Für uns ist Naturschutz nicht nur ein ‚Trend‘, sondern Notwendigkeit, um Flora und Fauna auch für nachfol-gende Generationen zu erhalten. Dafür verzichten wir gerne auf ein paar bunte Knaller zu Silvester – und feiern trotzdem stimmungsvoll“, fügt TVB-Geschäfts-führer Lukas Krösslhuber noch hinzu. So gibt‘s etwa beim traditionellen „Vorsilvester“ in Scheffau am 30. Dezember eine Licht- und Flammenshow statt einem Feuerwerk, ebenso bei der beliebten Neujahrsveran
staltung
 am 1. Jänner auf der Stanglleit in Ellmau: Auch dort lautet das Motto „Flammenshow“ statt Knallerei.

Weitere Tipps wie man Silvester ohne Feuerwerk feiern kann, gibt’s übrigens am Wilder Kaiser Blog.